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Wein in der Subskription kaufen?

Das Prinzip, Weine vorab zu kaufen, hat vor allem in Bordeuax eine große Bedeutung erlangt und wird dort schon seit vielen Jahrzehnten praktiziert. Jedes Jahr, so in etwa Anfang April, pilgert die Weinwelt nach Bordeaux, um die neuen Weine des vorhergehenden Jahres zu probieren. In jeder Appellation öffnet ein Chateau seine Tore und (fast) alle Mitglieder der „Union des Grand Crus de Bordeaux“ präsentieren dort ihre Jungweine, damit Handel, Degustatoren, Importeure und Journalisten sie probieren können. Zutritt zu den Verkostungen der „crême de la crême“ vom Kaliber Cheval Blanc, Latour, Lafite, Mouton usw. hat nur Zutritt, wer entweder zu den „Gurus“ (Parker, Sutcliffe, Johnson usw. gehört, als Journalist über Wein schreibt (und wenn es der größte Unsinn ist) oder wem als guter Kunde eines Handelshauses von diesem eine Einladung besorgt wurde.

Parallel dazu laufen ähnliche Veranstaltungen in Hotels, Gemeindehallen, kleinen Weingütern, die nicht zur UGCB gehören und sogar in eigens errichteten Festzelten. Dort hat jeder Weinfreund und Interessierte gegen eine meist moderate Eintrittsgebühr Zutritt


Welcher Sinn steckt dahinter?

Früher ging es hauptsächlich darum, dass die Weingüter ihre Ernte frühzeitig zu Geld machen konnten, um liquide zu werden (oder zu bleiben). Dieser Aspekt ist in den letzten Jahrzehnten immer unwichtiger geworden, da sehr viele Produzenten in der Zwischenzeit von Großkonzernen aufgekauft wurden, für die Liquiditätsaspekte kaum eine Rolle spielen. Auf Grund der Preisentwicklung in den letzten 10 oder 15 Jahren sollte dieser Aspekt auch für die großen sich nach wie vor in Privatbeseitz befindlichen Châteaux und auch für die Weingüter der zweiten und dritten Reihe keine übergeordnete Rolle mehr spielen. Der Sinn der Verkostungstage für das Fachpublikum und den Handel ist es, persönlich herausfinden zu können, welche Weine besonders viel versprechend sind, um diese dann in den nächsten drei Monaten zu kaufen, wenn sie zu den vom Châtreau festgelegten Preisen angeboten werden. Besonders bei sehr guten Jahrgängen und seltenen Weinen kann dies interessant sein, weil zwei Jahre später, wenn der Wein ausgeliefert wird, die Preise deutlich gestiegen sein können. Oder eben nicht! Das Risiko trägt im ersten Schritt einmal der Händler! Für diesen spielt da noch ein zweiter Aspekt eine ziemlich große Rolle: Die Spitzengruppe der Bordeauxweine wird zugeteilt, man kann nicht einfach beliebig viel kaufen, sondern muss sich mit der Menge zufrieden geben, die Chateau und Großhändler anbieten. Und wehe man kauft in einem schlechten Jahr nicht ein: im folgenden Jahr hat sich die gewohnte Zuteilung dann plötzlich in Luft aufgelöst.

Kann man beim Subskriptionskauf von Wein Geld sparen?

Im Prinzip ja, aber die „goldenen Zeiten“ der 80er Jahre mit Riesengewinnen sind vorbei! Wenn Robert Parker einen Wein hoch bewertet, wird sein Preis zwar mit großer Wahrscheinlichkeit steigen, aber andererseits teilen die gefragten Chateaus in der ersten Tranche ihren Händlern immer kleinere Mengen zu, um das Angebot knapp zu halten und die Preise hochzutreiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise mit den Jahren quasi automatisch steigen, ist also nicht sonderlich hoch. Je nachdem, ob man die Weine irgendwann selbst einmal trinken möchte, oder ob sie echte Kapitalanlage sein sollen, sollte das Einkaufverhalten unterschiedlich ausfallen. Siehe auch unseren Artikel Wein als Invest. Gekauft wird in der Subskription also, wenn der Wein noch im Fass ist. Die Bezahlung muss aber sofort erfolgen. Die Lieferung erfolgt aber erst, sobald der Wein in Flaschen abgefüllt wurde. Dies ist dann meist 2 Jahre später der Fall. Ein weiterer Fallstrick ist die Mehrwertsteuer. Die wird nämlich erst bei Lieferung, mit dem an diesem Tag geltenden Satz berechnet. Das bedeutet z. B. dass alle, die den Primeur 2005 gekauft und bezahlt haben, bei Auslieferung in diesem Jahr den Unterschied zwischen 16% und 20% Mehrwertsteuer nachträglich zahlen müssen.

>Kann ich bei DerWeinWeber EN-Primeurs kaufen?

Ja, ich biete meinen Kunden diese Möglichkeit. Ab Mai veröffentliche ich in meinem Newsletter meine Auswahl an Weinen und deren Preis. Wenn Sie mich entsprechend informieren, nehmen ich Sie in die Datenbank auf. Sie können natürlich auch gezielt sagen „ich möchte den Wein Chateau xyz“ en Primeur kaufen. Dann erfrage ich in Bordeaux die Preise, ob und wie viel ich davon bekommen kann und teile Ihnen das mit. Rein rechtlich gesehen ist das alles kein „Angebot“ von mir, sondern eine Aufforderung an Sie, zur Abgabe eines Vertragsangebotes. Falls sich Ihnen jetzt die Rheinische Grundfrage aufdrängt („Wat soll dä Quatsch?“), ist das völlig nachvollziehbar. Mir ging es genauso. Aber leider ist die Welt voll von missgünstigen Mitbewerbern und abmahngeilen Abzockern. Um mich vor deren kostenträchtigen Angriffen zu schützen, muss ich diesen Vorbehalt machen. Nach Eingang Ihres „Vertragsangebots“ bekommen Sie eine Primeur-Rechnung von mir, was eine Annahme Ihres Angebots unter der Voraussetzung des Eingangs Ihrer Vorauszahlung darstellt. Rund zwei Jahre später, nach Eingang des Weins bei mir, bekommen Sie dann unaufgefordert Ihre Lieferung. Keine Lust eine Vorauszahlung zu machen? Kein Problem! Sprechen Sie mich einfach mit Ihren Wünschen an und ich reserviere „Ihren“ Wein für Sie. Der Nachteil: Sie müssen den Marktpreis bei Lieferbereitschaft zahlen und nicht den meist deutlich günstigeren Primeur-Preis.

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